Deutsche Juniorenmeisterschaften in Krefeld
Hitze, Improvisation und starke Leistungen
Heidelberger RK / RG Eberbach, Carlo Johnsson, Jonathan Müller (vlnR)
Eberbach (Katharina Merz) Die diesjährigen Deutschen Juniorenmeisterschaften standen bereits vor dem ersten Start unter besonderen Vorzeichen. Ursprünglich sollte die Regatta auf dem Baldeneysee in Essen stattfinden, musste jedoch kurzfristig aufgrund eines starken Algenbefalls nach Krefeld verlegt werden. Auch während der Veranstaltung sorgten die außergewöhnlichen Bedingungen für Anpassungen im Zeitplan: Wegen der extremen Hitze wurden Hoffnungsläufe gestrichen, die Qualifikation für die Finals erfolgte ausschließlich über die gefahrenen Zeiten. Zudem entfielen sämtliche B-Finals und wurden ebenfalls nach Zeiten gewertet.
Mit Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius wurden die Athletinnen und Athleten zusätzlich vor enorme Herausforderungen gestellt. Um für etwas Abkühlung zu sorgen, richtete der Veranstalter sogar eine Wasserspritzanlage ein, unter der die Sportler zwischen ihren Rennen hindurchlaufen konnten.
Auch abseits der Regattastrecke war die Hitze allgegenwärtig. Die Ferienwohnung der Eberbacher Mannschaft lag mitten in der Innenstadt und heizte sich selbst nachts noch auf rund 31 Grad auf. Da die Rennen der Eberbacher meist bereits am frühen Vormittag stattfanden, kehrte das Team häufig schon gegen Mittag in die Unterkunft zurück. Besonders am Freitag und Samstag war es jedoch kaum auszuhalten, sodass die klimatisierten Einkaufszentren in Mönchengladbach zu einem beliebten Rückzugsort wurden.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag zog zudem ein starker Sturm über die Regattastrecke. Einige Bootsmaterialien anderer Vereine wurden dabei beschädigt und trugen Dellen oder sogar Löcher davon. Die Boote der Eberbacher Mannschaft blieben glücklicherweise unversehrt.
Sportlich sammelten die Athletinnen und Athleten wertvolle Erfahrungen auf nationaler Ebene. Noel Heid trat gemeinsam mit einem Partner aus Würzburg im Junioren-Doppelzweier an. Trotz eines engagierten Vorlaufs gelang dem Duo der Einzug in die nächste Runde nicht.
Sophie Steck und Marla Pattathu belegten im Juniorinnen-Doppelzweier den 12. Platz. Lili Kunze erreichte im Juniorinnen-Einer den 10. Rang.
Für das beste Ergebnis aus Eberbacher Sicht sorgte Jonathan Müller. Gemeinsam mit Carlo Johnsson vom Heidelberger Ruderclub, der kurzfristig für den verletzten Leo Neusius eingesprungen war, erreichte er im Junioren-Zweier ohne Steuermann das Finale und belegte dort einen hervorragenden sechsten Platz. Eine beeindruckende Leistung, insbesondere angesichts der kurzen gemeinsamen Vorbereitungszeit des neu formierten Bootes.
03.08.26